Europa

Die europäische Ebene hat für die Sozialpolitik und die sozialen Dienste zunehmende Bedeutung und unmittelbare Auswirkungen.


Zwar bleibt die Ausgestaltung der Sozialpolitik grundsätzlich eine nationalstaatliche Aufgabe, jedoch bilden die Vereinbarung von politischen Zielen durch die Regierungschefs im Rahmen des europäischen Rates Vorgaben, die Einfluss auf die nationale Prioritätensetzung und die Ausgestaltung der nationalen Sozialsysteme ausüben.


Die Arbeiterwohlfahrt setzt sich für eine sozial gerechte Gesellschaft in Europa ein und orientiert sich dabei an ihren Grundwerten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Die AWO fordert, dass die Entwicklung europäischer Sozialpolitik und sozialer Strukturen in Europa darauf zu überprüfen ist, ob sie die Umsetzung dieser Werte zum Ziel haben.


Ein soziales Europa bedarf der aktiven Teilhabe aller gesellschaftlichen Kräfte. Die AWO leistet zusammen mit ihren europäischen Partnerorganisationen als Nichtregierungsorganisation (NRO) einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der europäischen Gesellschaft. Die AWO setzt sich daher für die Verankerung der Rolle der NRO als Konsultationspartner auf europäischer Ebene und damit für einen zivilen Dialog, ergänzend zum sozialen Dialog, mit den Sozialpartnern ein.
Soziale Dienste sind ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Solidardienste im öffentlichen Interesse dürfen deshalb nicht im Sinne der europäischen Wettbewerbsordnung und des gleichen Marktzuganges für alle ausschließlich nach ökonomischen Kriterien bewertet werden. Die Notwendigkeit, solidarische Leistungen für das Gemeinwohl zu erbringen, und die zentrale ideelle Dimension, die in der gestaltenden Tätigkeit durch bürgerschaftliches Engagement besteht, müssen gleichwertig neben ökonomischen Kriterien bestehen.