19.11.2008

AWO-Landesvorsitzender Beyer kritisiert „sträfliche Vernachlässigung“ des „Stabilitätsankers“ Wohlfahrtspflege in der aktuellen Wirtschaftskrise

Bayerns AWO-Chef betont „renditeunabhängige und globalisierungsfeste Massenbeschäftigung“ bei den Verbänden – ebenso viele Arbeitnehmer wie Automobilindustrie

 

Als „Stabilitätsanker, dessen Bedeutung von der Politik in der Zeit alltäglicher Krisengipfel aber völlig verkannt wird“ sieht der Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Bayern, Thomas Beyer, die Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege.

 

Beyer verweist darauf, dass die gemeinnützigen Träger in Bayern über 170.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Lohn und Brot geben – ebenso vielen wie die Automobilindustrie. Anders als bei der Autobranche sieht Beyer aber den „außerordentlichen Beitrag der Sozialwirtschaft für Beschäftigung und Wirtschaftswachstum in Bayern durch die Politik sträflich vernachlässigt“.

 

Gerade in der um sich greifenden Wirtschaftskrise sollte erkannt werden, dass die Wohlfahrtspflege eine „renditeunabhängige und globalisierungsfeste Massenbeschäftigung“ gewährleistet. „Politik und Kassen verschärfen aber gerade jetzt den Druck auf die Sozialbranche in unverantwortlicher Weise immer weiter, wenn sie beispielsweise der ambulanten Pflege bereits seit 2004 jede Anpassung der Vergütungen an die tatsächlichen Kostensteigerungen verweigern. Wir fordern vom Staat keine zusätzlichen Hilfen, wie es andere tun, aber wir wollen, dass die Politik endlich die Benachteiligung der Wohlfahrtspflege beendet“, formuliert Beyer die klaren Erwartungen der Verbände.